Hochbegabung - Modelle und schulischer Umgang

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Begabungs- und Leistungsmodelle

Verschiedenste Autoren haben versucht, Begabungsmodelle zu entwickeln, welche sowohl die Grundlage von Begabung wie auch deren mögliche Wirkung aufzeigen. Im Vordergrund stehen die leistungsorientierten Modelle von denen zwei ausgewählt werden sollen, welche in der Literatur oft zitiert werden und die im Rahmen der Begabungsförderung in verschiedenen Ländern und Kantonen als Grundlage dienen.

Drei-Ringe-Konzept von J. Renzulli

Das Drei-Ringe-Konzept von Joseph Renzulli und seine Erweiterung von Franz J. Moenks sind Modelle, die den dynamischen Prozess und hochbegabtes Verhalten als Zusammenspiel verschiedenster Faktoren aufzeigen.

Einerseits sind hohe intellektuelle Fähigkeiten, die vor allem in Intelligenztests festgestellt werden können, Grundbedingung für eine hohe Begabung. Renzulli bezeichnet diesen Ring mit „Above Average Ability“.
Renzulli macht jedoch deutlich, dass diese intellektuellen Fähigkeiten isoliert betrachtet noch kein hochbegabtes Verhalten ausmachen. Vielmehr müssen diese gekoppelt sein mit Kreativität (Creativity) und Motivation („Task Commitment“) oder besser übersetzt: Aufgabenbezogenheit. Erst wenn diese drei Faktoren optimal zusammenspielen, kann sich eine aussergewöhnlich hohe Leistung oder ein begabtes Verhalten zeigen. Damit betont Renzulli einerseits die Seite desProzess und andererseits die jeweilige Situation, die nebst den vorhandenen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle spielen.
Konkret bedeutet das, dass ein Kind, das nachweislich über hohe intellektuelle Fähigkeiten verfügt, nur dann eine aussergewöhnliche Leistung erbringen kann, wenn es sich von der Aufgabe in hohem Masse angesprochen und herausgefordert fühlt (task commitment) und wenn die Möglichkeit besteht, dass kreatives Problemlösen gefragt ist. Ein Kind mit hohem Potenzial wird auf Dauer kaum hohe Leistungen erbringen, wenn es sich nicht mit Aufgaben auseinander setzen darf, die seinen Fähigkeiten entsprechen.

Triadisches Interdependenzmodell von F. J. Moenks

Franz J. Moenks entwickelte das zuvor beschriebene Modell von Renzulli weiter. Er geht davon aus, dass sich eine hohe Begabung nur dann entfalten kann, wenn die drei äusseren Einflussgrössen (Schule, Familie, Freunde/Gleichaltrige oder Peers) und die drei inneren Fähigkeitsbereiche Motivation, Kreativität und hohe intellektuelle Fähigkeiten günstig ineinander greifen.

 

Hochbegabtes Verhalten wird also nicht als statisches Konstrukt, sondern als das Ergebnis einer dynamischen Wechselwirkung zwischen individuellen Begabungsanlagen und dem fördernden oder hemmenden Einfluss der sozialen Umwelt verstanden.
Erst bei günstigem Ineinandergreifen der sechs gleichberechtigten Bedingungskomponenten kann sich die Hochbegabung als besondere Kompetenz, als hervorragende Leistung entwickeln. Je mehr dieses Zusammenspiel der einzelnen Komponenten funktioniert, um so besser kann ein Kind seine hohen intellektuellen Fähigkeiten in eine hohe Leistung umsetzen.

Münchner Begabungsmodell

Das Münchner Begabungsmodell von Heller (vgl. Heller 1995) unterscheidet inhaltlich unabhängige Begabungsformen (Leistungsbereiche) sowie verschiedene Begabungsfaktoren, nicht-kognitive Persönlichkeits- und Umweltmerkmale.

Das Modell verdeutlicht dabei den Einfluss der Begabungsfaktoren auf die Leistungskriterien und zeigt die Moderatorwirkung der nicht-kognitiven Persönlichkeitsmerkmale und die Bedeutung der Umweltmerkmale bezüglich der Leistung. Das Leistungsverhalten wird also als Produkt von Begabungsfaktoren, Umwelt und nicht-kognitiven Persönlichkeitsmerkmalen aufgefasst .

(vgl. auch Brunner et al., 2005).

Merkmale hoher Begabung

In drei verschiedenen Bereichen lassen sich beobachtbare Merkmale ausmachen, die auf eine hohe Begabung hindeuten können. Wichtig ist dabei, dass eine Diagnosestellung immer nur durch die entsprechenden Fachpersonen vorgenommen werden darf. Beobachtungen können auf eine Besonderheit hinweisen, die es dann aber im Einzelfall genauer zu untersuchen gilt.

Nur über beobachtbare Merkmale eine Diagnose stellen zu wollen, wäre unseriös und fehleranfällig. Davon ist dringend abzuraten! Auch müssen nicht alle Merkmale bei einem hochbegabten Kind erkennbar sein.

Klaus Urban beschreibt bei Schulkindern die folgenden Merkmale:

Merkmale in Lernen und Denken

  • Detailwissen
  • Wortschatz ungewöhnlich hoch
  • Sprache ausdrucksvoll
  • kann sich Fakten schnell merken
  • Ursache-Wirkung-Beziehungen werden hergestellt
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sofort ausgemacht
  • erkennen zugrunde liegende Prinzipien
  • kann Verallgemeinerungen herstellen
  • kann gut beobachten
  • liest sehr viel, Lektüre nicht altersgemäss
  • denkt kritisch, unabhängig und wertend

Merkmale in Arbeitshaltung und Interesse

  • geht in bestimmten Problemen auf
  • löst Aufgaben vollständig
  • ist bei Routineaufgaben gelangweilt
  • strebt nach Perfektion
  • selbstkritisch
  • nicht schnell zufrieden zu stellen
  • arbeitet gern unabhängig
  • hat hohe Leistungsziele
  • Interesse für "Erwachsenenthemen"

Merkmale im sozialen Verhalten

  • Beschäftigung mit Recht-Unrecht, Gut-Böse
  • geht nicht um jeden Preis mit der Mehrheit
  • individualistisch
  • akzeptiert keine Meinung ohne kritische Prüfung
  • kommt mit Alterskameraden/-kameradinnen gleich gut zurecht wie mit Erwachsenen
  • sucht Freundschaften bevorzugt unter Gleichbefähigten, Älteren
  • bestimmt über Situationen
  • kann sich gut in andere einfühlen

Merkmale bei Vorschulkindern (3.-6. Altersjahr)

Stapf und Stapf halten bei Vorschulkindern die folgenden Merkmale fest, die auf eine hohe Begabung hindeuten. Diese Merkmale decken sich mit Beschreibungen anderer Forschenden.

  • Überragende Lern- und Begriffsleistungen sowie hohe Lerngeschwindigkeit bei sie interessierenden Aufgaben
  • selbstständiges Lesenlernen zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr
  • sehr elaboriertes Sprechn: dabei ist nicht der Zeitpunkt des Sprechbeginns wichtig, sondern die enorme Geschwindigkeit, mit der die Kinder Fortschritte erzielen, wenn sie angefangen haben zu sprechen (z.B. Zwie -oder Drei-Wort-Sätze, relativ komplizierter Satzbau)
  • intensive Beschäftigung mit numerischen, klassifikatorischen, gliedernden und ordnenden Tätigkeiten, ebenso Umgang mit Symbolen und abstrakten Konzepten
  • überragende Gedächtnisleistungen
  • hohe Konzentration (Fokussierung) und aussergewöhnliches Beharrungsvermögen (Persistenz) bei zumeist selbst gestellten intellektuellen Aufgaben

Schulischer Umgang mit besonders begabten Kindern

(vgl. auch Brunner et al., 2005).

Pädagogisches Prinzip der Begabungsförderung

"Begabungsförderung ist eine allgemeine Aufgabe der Volksschule. Darunter wird eine allen Kindern und Jugendlichen entsprechende Förderung der Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz verstanden." (Arbeitsgruppe "Begabungsförderung" der EDK-Ost 2. Zwischenbericht)

Bedürfnisse hochbegabter Kinder

Alle Kinder haben Bedürfnisse in den Bereichen Geborgenheit, Zuwendung und Anerkennung sowie in Entwicklung und Lernen. Lediglich die Ausprägung dieser Bedürfnisse ist individuell unterschiedlich. Hochbegabte Kinder weisen nicht zwin-gend andere Bedürfnisse auf als andere Kinder. Trotzdem kann eine Hochbega-bung zu Schwierigkeiten in und mit der Schule führen. Vor diesem Hintergrund sind die Bedürfnisse hochbegabter Kinder erst dann als besondere pädagogische Be-dürfnisse zu betrachten, wenn sie im Rahmen der Regelklasse nicht oder nicht mehr befriedigt werden können. In diesem Fall müssen besondere Bildungs- und Erziehungsmassnahmen angeboten werden.

Prinzip "Runder Tisch"

Die Orientierung an den Bedürfnissen eines Kindes setzt voraus, dass eine allfällige Fördermassnahme gemeinsam mit allen Beteiligten sorgfältig geplant und evaluiert werden muss. In einem ersten Schritt geht es darum abzuklären, in wieweit ein besonderes pädagogisches Bedürfnis eines hochbegabten Kindes auszumachen ist. Dazu ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten (Kind, Lehrkraft, Eltern, SPB, Schulaufsicht, Schulberatung, Zentrum für Integration) notwendig.
Differenzierte Beobachtungen belegen das besondere Bedürfnis des Kindes und werden nach Bedarf durch entsprechende psychologische Abklärungen und Tests ergänzt. Die Fachpersonen planen gemeinsam die notwendige Massnahme und unterbreiten den Eltern einen Vorschlag.
Die getroffene Massnahme wird nach einer vereinbarten Zeitdauer ausgewertet und angepasst.
Wenn kein besonderes Bedürfnis auszumachen ist, werden auch keine besonderen Massnahmen eingeleitet.

Fördermassnahmen

Im Allgemeinen werden zwei grundlegend verschiedene Förderansätze für Kinder mit hohen Fähigkeiten aufgeführt. Zum einen der Ansatz der Beschleunigung (acceleration), der davon ausgeht, dass Kinder mit hohen Fähigkeiten und entsprechend hohem Lerntempo den obligatorischen Stoff, das sogenannte Curriculum, in kürzerer Zeit, also beschleunigt, absolvieren. Zu den unter dem Oberbegriff "acceleration" zusammengefassten Ansätzen gehören oft verbreitete, da kostenneutrale Massnahmen wie die vor-zeitige Einschulung, das Überspringen einer Klasse oder die Arbeit mit Schulbüchern der nächst höheren Stufe oder Klasse.
Zum anderen gibt es den Ansatz der Anreicherung (enrichment) . Dieser Ansatz geht davon aus, dass Kinder mit hohen Fähigkeiten auch andere Bedürfnisse haben, was die Lerninhalte betrifft. Kinder mit hohen Fähigkeiten interessieren sich für verschiedenste Themen und Themenbereiche, auch oder gerade für solche, die üblicherweise nicht in der Regelklasse behandelt werden. Enrichment bedeutet, den ordentlichen Unterricht für einzelne Kinder inhaltlich anzureichern. Ein solches Enrichment geschieht beispiels-weise, wenn ein Kind ein eigenständiges Projekt zu einem aktuellen Thema realisieren kann, oder wenn es sich auf einem anspruchsvolleren Niveau mit diesem Thema auseinander setzen kann. Solche Enrichmentangebote sollten interessenbezogen und res-sourcenorientiert erfolgen, d.h. sie sollten die individuellen Interessen des Kindes und seine persönlichen Stärken aufnehmen und berücksichtigen. Ein Kind, das über beson-dere Begabungen im Bereich Mathematik verfügt, soll sich vertieft mit mathematischen Themen auseinander setzen dürfen, die nicht zum obligatorischen Stoff gehören. Ein Kind, dessen Herz für Schach schlägt, kann im Sinne des Enrichments die Möglichkeit bekommen, sich mit berühmten Schachpartien, berühmten Schachspielern, usw. vertieft auseinander zu setzen.
Es ist dagegen kein Enrichment, wenn lediglich Zusatzblätter des bereits verstandenen Stoffes, vielleicht in einer anderen grafischen Aufmachung, mit einem Bild versehen, dem Kind präsentiert werden. Diese Vorgehensweise beschäftigt das Kind zwar, ermöglicht aber keine vertiefte Auseinandersetzung und geht weder auf persönliche Interessen noch auf individuelle Stärken des Kindes in angemessener Weise auf.

Akzelerierende Massnahmen

Einschneidende Formen der Beschleunigung sind der frühzeitige Schuleintritt und das Überspringen einer Klasse. Sie eignen sich bei Kindern, die im Vorschulalter bereits lesen und rechnen können oder bei Schülerinnen und Schülern mit herausragenden intellektuellen Leistungen. Dies bedeutet, dass der Lernstoff angepasst und in kürzerer Zeit durchgearbeitet wird (Compacting). Für das Kind hat dies in der Regel den Verlust eines sozialen Netzes zur Folge. Diese Massnahmen müssen gut vorbereitet sein. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Erziehungsberechtigten und Kind sowie eventuell dem Pädagogisch-Psychologischen Dienst ist sehr wichtig.
Akzelerationsmassnahmen gelten allerdings nicht als Fördermassnahmen im engeren Sinne.

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzlichen Grundlagen im Kanton Thurgau zum Überspringen von Klassen finden sich im Paragraph 10 des Gesetzes über die Volksschule und den Kindergarten:

"Kinder mit besonderen Begabungen können eine Klasse überspringen. Die Schulvorsteherschaft entscheidet aufgrund eines Gutachtens des Jugendpsychologischen Dienstes unter Beizug des Inspektorats."

Im Paragraph 5, Absatz 2 wird die vorzeitige Einschulung wie folgt geregelt:

"Aus wichtigen Gründen kann der Schuleintritt um ein Jahr vorgezogen oder hinausgeschoben werden. Die Schulvorsteherschaft kann für ihren Entscheid ein Gutachten des jugendpsychologischen Dienstes einholen."

Der Kanton Thurgau hat eine entsprechende Broschüre zum Überspringen von Klassen und zur vorzeitigen Einschulung herausgegeben. (pdf)

Annette Heinbokl hat zudem 12 Punkte formuliert, die beim Überspringen von Klassen beachtet werden sollten. (pdf)

Enrichment

Unter Enrichment wird eine vertiefte, individuell ausgeprägte und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Schulstoff verstanden. Dadurch wird das Standardniveau des Unterrichts deutlich übertroffen. Begabte Schülerinnen und Schüler lösen spezielle Aufgaben während der nicht benötigten Übungsphasen, erproben persönliche Lösungen auf eigenen Wegen, vertiefen ihre Kenntnisse und vernetzen ihr Wissen durch fächerver-bindendes Lernen. Enrichment ist mehr als zusätzliches Üben und verlangt entsprechende Planung. Für begabte Schülerinnen und Schüler sind Enrichmentmassnahmen auf allen Schulstufen und in allen Fächern vorzusehen. Erweiterte Lehr- und Lernformen, Zugang zu modernen Informationsquellen und organisatorische Massnahmen der Schule selbst unterstützen das Enrichmentangebot. Diese können auch klassen- oder stufenübergreifend organisiert werden.

Grouping (Ebene Schulhaus, Gemeinde)

Für einen Teil besonders begabter Kinder ist es sinnvoll, neben der integ-rierten Förderung in der Klasse und im Schulhaus zusätzliche Zeitgefässe zu schaffen, die ihnen Erfahrungen mit anderen Hochbegabten ermögli-chen. Dies wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Selbst- und Sozial-kompetenz aus. Allerdings darf diese Separierung nicht zur Isolation des Kindes führen. In altersgemischten Fördergruppen arbeiten die Kinder an anspruchsvollen Themen oder Projekten. Erfahrungsgemäss sind Kinder aus bildungsnahen Schichten in Programmen für Hochbegabte besser ver-treten als andere Kinder. Insbesondere gehen Mädchen und Kinder mit an-derem soziokulturellen Hintergrund oft vergessen. Besonders schwierig ist es, sogenannte Minderleisterinnen oder Minderleister (hochbegabte Schüle-rinnen und Schüler mit schlechten Schulleistungen) zu erkennen.

Grouping mit sonderpädagogischer Ausrichtung

Bis heute werden im Schulalltag mehrheitlich diejenigen Kinder mit ausserordentlich guten Schulleistungen als kognitiv hochbegabt wahrgenommen, bei welchen aus sonderpädagogischer Sicht kaum besondere Erziehungs- und Bildungsmassnahmen angezeigt sind. Allerdings werden in der schulpsychologischen Praxis und in privaten Abklärungsinstituten immer häufiger Kinder vorstellig, die zwar den üblicherweise unterstellten Kriterien einer kognitiv orientierten Hochbegabung entsprechen, die aber offensichtlich aus verschiedenen Gründen die Ansprüche der Regelschule nicht (mehr) erfüllen können und denen die Regelschule ihrerseits nicht (mehr) gerecht werden kann. Dass dies nur eine Minderzahl der hochbegabten Kinder betrifft, ist einerseits beruhigend, macht es doch deutlich, dass die grosse Mehrheit der hochbegabten Kinder und Jugendlichen in unseren Regelklassen gut gefördert werden kann. Andererseits besteht im unterstützenden Sinn Handlungsbedarf für eine bestimmte Gruppe hochbegabter Kinder.
Eine besondere Form des Groupings ist im Kanton Thurgau der sogenann-te Fördertag. Schülerinnen und Schüler im Primarschulalter mit einer aus-gewiesenen Begabung / Hochbegabung werden nach einer entsprechenden Abklärung in den Fördertag aufgenommen, sofern die festgelegten Kri-terien erfüllt sind. Der Fördertag setzt neue Lernformen ein und vermittelt Lernstrategien. Die Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen des ge-setzten Themas individuell unterstützt und begleitet. Es steht ein anregendes Lernumfeld mit modernen Arbeitsinstrumenten zur Verfügung. Kognitive Neugier, Erkenntnisstreben, Wissensdurst, Interessen, Aufgabenmotivation und kreativer Gestaltungsdrang werden angeregt. (Vgl. auch Brunner et al., 2003).

Weitere Angebote

Es versteht sich aufgrund des bisher Ausgesagten von selbst, dass sich die besonderen Begabungen oder die Hochbegabung nicht auf den kognitiven Bereich beschränken. Umso mehr stösst wegen der Struktur, den Rahmenbedingungen und/oder der Fachkompetenz die Volksschule schnell an ihre Grenzen. Das Postulat der Begabtenförderung ist aber bei weitem nicht die alleinige Aufgabe der Schule.
Eine weitere Möglichkeit der Begabungsförderung bieten die Vereine, Sportverbände, Clubs, privaten Organisationen (Lernstudios) und seit jüngster Zeit auch Stiftungen für Hochbegabte Kinder und Jugendliche bzw. Studierende und der Fonds für begabte junge Menschen. Auch andere gesellschaftliche Institutionen wie Industriebetriebe, Museen, Verlage, Zeitungsredaktionen, Forschungsinstitutionen oder soziale Organisationen können betroffene Kinder und Jugendliche betreuen und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten anbieten.